Online-Bewertungen sind für Unternehmen heutzutage unerlässlich. Sie beeinflussen Kaufentscheidungen und prägen das Image. Doch leider tummeln sich unter den echten Kundenmeinungen auch immer wieder Fake-Bewertungen. Diese gefälschten Rezensionen können Ihrem Ruf erheblich schaden und Umsatzeinbußen verursachen. Daher ist es wichtig, Fake-Bewertungen erkennen zu können und zu wissen, wie man dagegen vorgeht.
Was sind Fake-Bewertungen?
Fake-Bewertungen sind gefälschte Rezensionen, die nicht auf tatsächlichen Erfahrungen mit Ihrem Unternehmen beruhen. Sie können positiv oder negativ sein und werden etwa von Wettbewerbern, bezahlten Dienstleistern oder unzufriedenen Ex-Mitarbeitern verfasst, um Ihrem Unternehmen zu schaden oder es unlauter zu fördern.
Checkliste: 10 Anzeichen für Fake-Bewertungen
Die folgenden Merkmale können Ihnen helfen, Fake-Bewertungen zu erkennen:
- Generischer Nutzername: Der Bewerter verwendet lediglich Initialen, zufällige Buchstabenkombinationen oder einen unpersönlichen Namen.
- Nur 1 Bewertung im Profil: Das Profil des Bewerters enthält ausschließlich diese eine Bewertung. Dies deutet auf einen Einweg-Account hin, der nur für diese eine Rezension erstellt wurde.
- Mehrere negative Bewertungen am selben Tag: Eine Häufung negativer Bewertungen innerhalb kurzer Zeit, insbesondere am selben Tag, kann auf eine koordinierte Attacke hindeuten.
- Kein konkreter Bezug zum Unternehmen: Die Bewertung enthält allgemeine Phrasen und geht nicht auf spezifische Details oder Erfahrungen mit Ihrem Unternehmen ein.
- Extremer Tonfall: Die Bewertung ist in einem übertrieben negativen oder positiven Tonfall geschrieben. Oft werden Großbuchstaben, Drohungen oder Beleidigungen verwendet.
- Verwechslung: Die Bewertung bezieht sich auf einen falschen Standort, ein anderes Unternehmen oder eine Dienstleistung, die Sie gar nicht anbieten.
- Bewertung von der Konkurrenz: Es besteht der Verdacht, dass die Bewertung von einem Mitarbeiter oder Inhaber eines konkurrierenden Unternehmens stammt (Interessenkonflikt).
- Inhaltliche Widersprüche: Die Bewertung enthält falsche Angaben zum Datum, zur in Anspruch genommenen Dienstleistung oder zu anderen relevanten Details.
- Profil bewertet viele Unternehmen der gleichen Branche negativ: Das Profil des Bewerters zeigt ein Muster, bei dem viele Unternehmen aus Ihrer Branche negativ bewertet werden.
- Textbausteine: Identische oder sehr ähnliche Textpassagen tauchen in mehreren Bewertungen auf, was auf vorformulierte Texte hindeutet.
Typisches Verdachtsmuster
Erhält ein Betrieb innerhalb einer Woche mehrere Ein-Stern-Bewertungen, stammen alle Bewertungen von Profilen mit jeweils nur einer einzigen Rezension und lässt sich keiner der vermeintlichen Kunden einem tatsächlichen Auftrag zuordnen, ist das ein deutliches Indiz für eine gezielte Kampagne mit Fake-Bewertungen. Wichtig ist dann, den Zustand sofort zu dokumentieren — die Beweislage entscheidet später über die Erfolgsaussichten.
Was tun bei Verdacht auf Fake-Bewertungen?
Wenn Sie Fake-Bewertungen erkennen, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:
- Screenshots sichern: Erstellen Sie umgehend Screenshots der verdächtigen Bewertungen als Beweismittel.
- Bewertung bei Google melden: Melden Sie die Fake-Bewertung über die Meldefunktion von Google. Begründen Sie Ihre Meldung detailliert.
- DSA-Meldung: Eine Meldung nach Art. 16 des Digital Services Act (DSA) benennt die Fundstelle genau und begründet, warum der Inhalt rechtswidrig ist. Die Plattform muss eine solche Meldung zeitnah, sorgfältig und frei von Willkür bearbeiten und ihre Entscheidung begründen (Art. 17 DSA). Wichtig: Melden Sie eine Bewertung nicht mehrfach ohne neue Argumente — nach Art. 23 DSA kann eine Plattform das Beschwerderecht bei häufig offensichtlich unbegründeten Meldungen nach vorheriger Warnung für einen angemessenen Zeitraum aussetzen.
- Rechtliche Schritte prüfen: Fake-Bewertungen mit unwahren Tatsachenbehauptungen können strafrechtlich relevant sein (üble Nachrede, § 186 StGB; Verleumdung, § 187 StGB). Lassen Sie sich anwaltlich beraten, ob eine Strafanzeige oder ein zivilrechtliches Vorgehen in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Warum Fake-Bewertungen nicht automatisch verschwinden
Google gibt an, gemeldete und automatisch erkannte Richtlinienverstöße zu entfernen. Automatisierte Erkennung stößt aber an Grenzen: Eine gefälschte Bewertung, die sprachlich wie eine echte Kundenmeinung aussieht, ist von außen nicht ohne Weiteres als Fälschung erkennbar. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als Unternehmer verdächtige Bewertungen selbst melden und dabei die Umstände darlegen, die nur Sie kennen — etwa, dass zu dem angegebenen Datum kein entsprechender Auftrag vorlag.
Die Rolle des Digital Services Act (DSA)
Der Digital Services Act (Verordnung (EU) 2022/2065) gilt seit dem 17. Februar 2024 vollständig. Er verpflichtet Online-Plattformen wie Google, ein Melde- und Abhilfeverfahren für rechtswidrige Inhalte bereitzustellen und begründete Meldungen zu prüfen. Eine Fake-Bewertung ist nicht schon deshalb rechtswidrig, weil sie gefälscht ist — entscheidend ist, dass sie unwahre Tatsachenbehauptungen enthält oder das Unternehmenspersönlichkeitsrecht verletzt. Genau diese Einordnung leistet eine begründete DSA-Meldung. Unsere Kanzlei IT-ADVO Rechtsanwälte ist auf das Vorgehen gegen Fake-Bewertungen unter Nutzung des DSA spezialisiert.
Strafrechtliche Relevanz von Fake-Bewertungen
Fake-Bewertungen können unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen haben. Wenn eine Fake-Bewertung unwahre Tatsachenbehauptungen enthält, die Ihren Ruf schädigen, kann dies den Tatbestand der üblen Nachrede (§ 186 StGB) oder der Verleumdung (§ 187 StGB) erfüllen. In solchen Fällen kann eine Strafanzeige sinnvoll sein.
Unterstützung durch IT-ADVO Rechtsanwälte
Die Löschung von Fake-Bewertungen kann zeitaufwändig und nervenaufreibend sein. Unsere Kanzlei IT-ADVO Rechtsanwälte unterstützt Sie dabei, Ihre Rechte durchzusetzen und Ihren Ruf online zu schützen. Wir bieten Ihnen:
- Eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falls
- Die anwaltliche Meldung von Fake-Bewertungen bei Google und anderen Plattformen
- Die Einreichung begründeter DSA-Meldungen
- Die Prüfung strafrechtlicher und zivilrechtlicher Schritte
Seit 2019 haben wir über 2.000 Mandanten bei der Löschung rechtswidriger Online-Bewertungen vertreten. Über unsere Arbeit berichteten unter anderem die WDR Aktuelle Stunde, ZDF Frontal, ZDFheute und das SAT.1 Frühstücksfernsehen — die Belege finden Sie auf unserer Presseseite.
Google Bewertung löschen lassen: So gehen wir vor
Wir analysieren die Bewertung, prüfen die Rechtslage und entwickeln eine Strategie für Ihren Fall. Dabei nutzen wir die rechtlichen Möglichkeiten, die zur Löschung der Fake-Bewertung führen können — insbesondere DSA-Meldungen und die Geltendmachung von Persönlichkeitsrechten, erforderlichenfalls auch gerichtlich.
Auch Trustpilot-Bewertung löschen und Kununu-Bewertung löschen
Nicht nur auf Google, sondern auch auf anderen Bewertungsportalen wie Trustpilot und Kununu können Fake-Bewertungen Ihrem Unternehmen schaden. Wir unterstützen Sie auch bei der Löschung von Fake-Bewertungen auf diesen Plattformen.
FAQ: häufige Fragen zum Thema Fake-Bewertungen
Wie kann ich sicher sein, dass eine Bewertung fake ist?
Es gibt keine absolute Sicherheit, aber die oben genannte Checkliste hilft Ihnen, verdächtige Bewertungen zu identifizieren. Je mehr Merkmale auf eine Bewertung zutreffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich um eine Fake-Bewertung handelt.
Was kostet die Löschung einer Fake-Bewertung?
Wir arbeiten mit einem Pauschalhonorar je Bewertung ab 49 € netto, unabhängig vom Ausgang der Prüfung; abgerechnet wird nach Abschluss der Bearbeitung. In der kostenlosen Ersteinschätzung zeigen wir Ihnen die voraussichtlichen Kosten für Ihren Fall transparent auf.
Wie lange dauert es, bis eine Fake-Bewertung gelöscht wird?
Die Dauer kann variieren. Google gibt für die Prüfung einer gemeldeten Rezension „typischerweise mehrere Tage“ an; im Einzelfall kann es mehrere Wochen dauern.
Kann ich mich gegen negative Bewertungen rechtlich wehren?
Ja, Sie können sich gegen negative Bewertungen rechtlich wehren, wenn diese unwahre Tatsachenbehauptungen enthalten oder Ihr Persönlichkeitsrecht verletzen.
Was ist eine DSA-Meldung?
Eine DSA-Meldung ist eine begründete Meldung nach Art. 16 des Digital Services Act, mit der Sie eine Plattform wie Google auf einen rechtswidrigen Inhalt hinweisen. Die Plattform muss die Meldung prüfen und ihre Entscheidung begründen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall ist individuell.
Kontakt
IT-ADVO Rechtsanwälte Simbach & Kessler
Berliner Allee 59, 40212 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 176064-00 · E-Mail: info@it-advo.de
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Zuletzt aktualisiert: 9. September 2026